Weilburg / Dillenburg. Unsere 24-Stunden-Übung mündete in zwei reale Einsätze. Nachdem unsere standortverlagerte Ausbildung am Samstagmittag (30. Mai) nahezu abgeschlossen und der Camprückbau bei Limburg in vollem Gange war, mussten zwei Mannschaften nach Weilburg und Dillenburg ausrücken. Hangrutsch in einem Wohngebiet und Pumparbeiten im Schlossbergtunnel lauteten die Alarmierungsstichworte.
Zunächst erreichte uns die Anforderung für den Trupp Einsatzstellensicherung. In Weilburg-Drommershausen war ein Hang hinter einem Wohngebäude abgerutscht, Felsbrocken hatten sich im Hinterhof verteilt und einen PKW beschädigt. Der Trupp ESS überwachte mit einer spiegellosen Messung, dem sogenannten Flächenscan, den betroffenen Bereich. Damit sollten mögliche weitere Bewegungen frühzeitig erfasst und die im Gefahrenbereich tätigen Einsatzkräfte gewarnt werden. Zum Beräumen und Sichern wurde unser Bagger hinzugezogen. Dieser entfernte weiteres loses Gestein und schaufelte den Hinterhof frei, sodass die Bewohner wieder in ihr Haus zurück konnten. Vor Ort waren der zuerst alarmierte Fachberater des THW Weilburg mit Zugtrupp und der Baufachberater des THW Limburg. Für unsere neun Helfer war gegen 18 Uhr der Einsatz mit der Rückfahrt in den Dillenburger Stützpunkt abgeschlossen.
Auf Anforderung der Straßenmeisterei Dillenburg hatte man uns gleichzeitig zu einer technischen Hilfeleistung alarmiert. Im Schlossbergtunnel der B-277 war eine Pumpstation an einer Regenwasserzisterne ausgefallen. Diese sorgt normalerweise dafür, dass das Wasser konsequent aus dem Tunnel geführt wird, um ein Überlaufen und einen daraus resultierenden Wasseraustritt auf die Fahrbahn zu vermeiden. Unser Zugtrupp sowie unsere Fachgruppe Notversorgung mit insgesamt neun Einsatzkräften verlegten direkt von der 24h-Übung in den Tunnel nach Dillenburg. Dort wurde gemeinsam mit acht Kameradinnen und Kameraden des THW Wetzlar eine ca. 400 Meter lange Pumpstrecke aufgebaut. Dazu mussten mehrere Elektropumpen in Betrieb genommen und Pufferbecken errichtet werden, um die Zisterne zu entleeren. Gegen 20 Uhr waren die Arbeiten im Tunnel beendet.